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Irland lässt uns einfach nicht los. Auch wenn für den Sommer eigentlich etwas anderes geplant war, war urplötzlich dann doch wieder ein Flug auf die Grüne Insel gebucht. Nach 2016 als es uns entlang des Wild Atlantic Ways von Kerry in den Norden nach Donegal führte, und nach 2017 als wir die Causeway Coastal Route in Nordirland und den restlichen nördlichen Wild Atlantic Way bereisten, wählten wir dieses Mal den Süden und Südosten. Somit haben wir nach Abschluss dieser Etappe Irland tatsächlich einmal komplett (bis auf wenige kleine Nebenrouten) umrundet.

Altar Viewpoint near Schull, Ireland

Die grobe Reiseplanung war dann auch recht schnell abgeschlossen, doch die Details hatten es doch in sich. Wir wollten diesmal nicht die gesamte Zeit on the road sein, sondern zumindest in den größeren Orten etwas länger Station machen. Schnell stellten wir fest, dass dadurch die Distanzen der verschiedenen Etappen ungleich länger wurden als bei unserer Reise im Norden, was letztendlich zu ein paar schmerzhaften Entscheidungen führte.

Anreise und Mietwagen

Von Luxemburg flogen wir an einem Freitag direkt nach der Arbeit mit Luxair nach Dublin, wo wir beim letzten Mal durch den chaotischen Verkehr in Dublin fast den Rückflug verpasst hätten. Es lief aber bei Hin- und Rückflug bis auf eine kleine Verspätung zum Schluss alles wie am Schnürchen. Auch am Mietwagenschalter ging es extrem schnell. Wir hatten über den ADAC bei Avis gebucht, und es lief absolut reibungslos. Lediglich die Preise hatten es in diesem Jahr in sich. Wir beobachten den Markt im Vorfeld normalerweise recht lange bei verschiedenen Anbietern, doch die Preise waren und blieben über Monate irgendwie hoch und in Stein gemeißelt.

Wir entschieden uns für einen Opel Corsa. Denn angesichts der oft engen Straßen wollten wir einen eher kompakten Wagen, der aber trotzdem vier Türen hat, um das bei insgesamt 16 Tagen doch recht üppige Gepäck bequem zu transportieren. Den Wagen mieteten wir für zwölf Tage, da wir die letzten vier Tage für Dublin vorgesehen hatten, wo wir natürlich keinen Mietwagen mehr benötigten. Insgesamt standen am Ende 1.688 Kilometer auf dem Zähler. Nach 2.374 Kilometern auf der ersten Tour und 1.808 Kilometern im Norden also insgesamt etwas weniger.

Die Reise selbst zeichnete ich wie zuvor mit einem GPS-Tracker auf, die in den einzelnen Beiträgen eingebundenen Karten sind also „ehrlich“ und verzeichnen auch die wenigen unfreiwilligen Umwege. Zum Nachfahren eignen diese sich so nur bedingt, wobei wir keinen Kilometer der Reise missen wollen.

Die Highlights

Da wir erst am späteren Freitagabend die erste Unterkunft in Ashford, Co. Wicklow südlich von Dublin erreichten, legten wir erst am folgenden Samstag so richtig mit der Reise los. Überhaupt nutzten wir das zur Verfügung stehende Zeitfenster perfekt aus, denn wir starteten wie gesagt Freitag nach der Arbeit und kamen erst zwei Wochen später in der Nacht von Sonntag auf Montag zurück. Zumindest ich bin dann quasi umgehend und bestens erholt wieder zur Arbeit gefahren.

Blarney Castle

Blarney Castle

Cork & Waterford

Cork war mein erster Eindruck von Irland, als ich vor etwa zwanzig Jahren zum ersten Mal über den Seeweg anreiste. Und der gute Eindruck von damals hat sich absolut bestätigt. Die mit etwas mehr als 125.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt der Republik Irland wirkt jung und lebendig, dabei aber überschaubar und gemütlich, und mit Blarney Castle gibt es eine der meist besuchten Attraktionen der Insel in der direkten Umgebung.

Deutlich kleiner ist Waterford, die älteste Stadt der Insel, die im 8. Jahrhundert von den Wikingern gegründet wurde, deren Geschichte noch heute das Stadtbild prägt.

Der südliche Wild Atlantic Way

Der Beginn des Wild Atlantic Ways im Süden liegt in Kinsale, von hier aus wollten wir uns die Küste entlang nach Kerry vorarbeiten, um die Panoramastraße so abzuschließen. Vor drei Jahren haben wir unsere Entdeckung Irlands in Kenmare und entlang des Ring of Beara begonnen, nun ist diese Reise zu einem Ende gekommen.

Kinsale

Die bunten Häuserzeilen in Kinsale

Kilkenny & der Rock of Cashel

Kilkenny wollten wir als Ausgangspunkt für die Erkundung des Umlandes nehmen, aber am Ende hat uns vor allem die Hurlinghochburg selbst sehr gut gefallen. Mit dem Rock of Cashel befindet sich allerdings eine der Topattraktionen des Landes in der Nähe, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten.

Lough Tay

Der Lough Tay in den Wicklow Mountains

Wicklow Mountains

Vor zwei Jahren begegneten wir unweit von Slieve League einem polnischen Radfahrer, der in Dublin lebt und uns von den Wicklow Mountains vorschwärmte. Dort müssen wir einmal hin, dachten wir sofort und setzten dies nun in die Tat um. Die Berglandschaft im County Wicklow, südlich von Dublin ist ein ideales Wanderrevier, das viele tolle Ausblicke bietet.

Trinity College Dublin Long Room

Trinity College Dublin – Long Room

Dublin

Schon unsere erste Tour endete in der irischen Hauptstadt, und es ist jedes Mal ein kleiner Schock, wenn man aus der Ruhe und Beschaulichkeit des Landes in eine pulsierende Metropole kommt. Doch auch dort gibt es einiges zu entdecken, und da ich damals leider nicht über unseren Aufenthalt geschrieben habe, kann ich dies dieses Mal nachholen.

Teeling Distillery Dublin

Die Teeling Distillery in Dublin

Whiskey & Beer

Dass die Iren gerne trinken, ist zwar schon lange eine Binsenweisheit. Dennoch ist es gerade im Moment besonders spannend zu beobachten, wie neue Destillerien und Brauereien förmlich aus dem Boden schießen und ansonsten jenseits der bekannten Standardbiere eine große Qualitätssteigerung zu erkennen ist. Insgesamt haben wir fünf Brauereien und zwei Destillerien besichtigt und waren wirklich angetan von Qualität und Professionalität. Auch in den Shops ist die Biervielfalt deutlich präsenter als in den Vorjahren. Hier war ich wirklich froh, nur Beifahrer und Navigator zu sein.

Muckross House Garden, Killarney

Der vergleichsweise kleine Garten im Muckross House, Killarney

Pflanzen & Gärten

Was dem einen sein Bier und die Brauereien sind, sind der anderen ihre Pflanzen und die Gärten. Und so haben wir auch fünf Gärten besichtigt. Ob man sie mag oder nicht, der August ist vermutlich der schönste Monat dafür. Ganz Irland steht dann in voller Blüte, sowohl in den Gärten als auch am Wegesrand. Nicht nur England ist für Gartenfans eine Reise wert, auch Irland hat mehr als genug davon zu bieten.

In Kürze geht es dann auch mit den ersten „richtigen“ Reiseberichten zu den einzelnen Etappen los. Bis bald!

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