Reisebericht Berlin: Fünf Tage volles Programm

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Berlin Mitte Food Tour

Der Besuch in Berlin war ja über mein Geburtstagswochenende, und als Geschenk bekam ich von der Bergischen Maid die Teilnahme an einer Food Tour in Berlin Mitte geschenkt. Eins vorweg: Die Tour ist ein Knaller und jedem Foodie absolut ans Herz gelegt. Ich hoffe ich kriege die Stationen noch halbwegs zusammen.

Am Katjes-Café Grün-Ohr trafen wir Bastian, der uns in den kommenden vier Stunden durch seinen Kiez führen sollte. Die kleine Gruppe war international besetzt mit einer Familie aus London und einer Gruppe aus den Vereinigten Staaten. Gesprochen wurde also Englisch und nach und nach ergaben sich auf den Wegen interessante Gespräche und die Gruppe wuchs auch Dank der offenen Art von Bastian schnell zusammen.

Der erste Stopp war nur wenige Meter entfernt. Bei Lindner probierten wir deren Spezialität, nämlich die berühmte Lindner-Butter auf Brot. Dazu gab es kleine Frikadellen in einer vegetarischen und einer mit Käse gefüllten Variante.

Auch wenn die Tour sich vor allem um kulinarische Genüsse dreht, wird immer wieder über den Tellerrand geblickt. In einer kleinen Seitengasse der Rosenthaler Straße gibt es rund um das Haus Schwarzenberg eine alternative Oase mit verrückten Kneipen, Galerien und beeindruckender Street Art. Das Areal wird offenbar vom Senat geschützt, und sollte daher in den kommenden Jahren vor Gentrifizierung weitestgehend geschützt sein. Hoffen wir das Beste. Außerdem befindet sich dort das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, ein Fabrikant, der während des 2. Weltkriegs vor allem blinde und gehörlose Juden beschäftigte und viele von ihnen vor dem Zugriff der Nazis beschützen konnte.

Auf der anderen Straßenseite probierten wir eine weitere Berliner Spezialität, denn der Döner wie wir ihn kennen wurde eben nicht am Bosporus, sondern von den türkischen Mitbürgern in der Hauptstadt erfunden. In eine ganz andere geografische Richtung verweist die Hofpfisterei, in der wir uns eine fair und ökologisch hergestellte Brotzeit mit Gelbwurstbrezel und Brot mit Rosmarinschweinelende und Olivenpaste sowie einem köstlichen Apfelsaft gönnten.

Die Tour bewegte sich nun in Richtung Hackesche Höfe, wo es im Eat Berlin eine interessante Auswahl an in Berlin von kleinen Manufakturen produzierten Leckereien gibt. Für uns stand Hochprozentiges bereit und wir probierten Berliner Brandstifter Dry Gin und Wodka, den spannenden Kräuterschnaps KR/23 und den Zimtzitze Zimtlikör.

Entsprechend angewärmt zogen wir weiter in Richtung Sophienstraße, wo es die erste Enttäuschung zu verkraften gab. Leider war in Eisenbergs Café und Bistro Oscar nicht anwesend, die knuffige Bulldogge von Besitzer Tobias Eisenberg, die sogar seinen eigenen Instagram-Account hat. Das kleine Café ist sehr stylish eingerichtet und wir probierten verschiedene Quiches (klassisch, mit Mozzarella und mit Ziegenkäse) sowie Varianten eines echten Kinderklassikers: Kalter Hund (klassisch, mit Matcha und Blaubeere).

Und es ging süß weiter. Im Barcomi’s Deli in den Sophie-Gips-Höfen, dem Kuchenparadies der Starkonditorin und Autorin Cynthia Barcomi, der wir zwei Tage später sogar leibhaftig begegneten. Neben diesem Café gibt es noch Barcomi’s Kaffeerösterei in der Bergmannstraße, wo ich ein, besser gesagt vier Stücke Geburtstagskuchen genießen durfte (siehe unten).

Barcomis Deli

Wir blieben dem Thema Kaffee in der Folge treu und wanderten ein Stück zur Röststätte, wo uns ein Barista mit einer Maschine wie aus einem Meth-Labor einen leckeren Kaffee zauberte. Die Tour neigte sich so langsam dem Ende zu, Ermüdungsanzeichen gab es allerdings keine. Wir machten noch einen Stopp an der Sophienkirche, in der im September 1964 Martin Luther King eine viel beachtete Predigt hielt. An der Großen Hamburger Straße liegt außerdem der älteste jüdische Friedhof der Stadt, wo sich heute ein Denkmal befindet.

Endpunkt der Tour war das Brauhaus Lemke, die älteste Craft Beer Brauerei Berlins, in der seit 1999 gebraut wird. Es präsentiert sich als typisches, großzügiges Brauhaus, wo bodenständige deutsche Küche wie Eisbein und Würste serviert werden. Bei Bier, Currywurst und ein paar Eisbeinstücken ließen wir die Tour bei interessanten Gesprächen ausklingen, Bastian spendierte uns sogar noch ein Wegebier.

Bastian ist ein toller Guide, der humorvoll und kenntnisreich die Zeit wie im Fluge vergehen lässt. Es ist wirklich spannend, wie viele interessante Händler er auf recht engem Raum zusammengetragen hat, was eine abwechslungsreiche und leckere Tour ermöglicht. Im Angebot befinden sich noch weitere Thementouren, die Berlin Craft Beer Tour interessiert mich natürlich besonders.

www.berlinfoodtour.de

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One Comment

  1. Treverer / Februar 21, 2018 at 21:09 /Antworten

    Vielen Dank für die vielen Hinweise, Errol. Ich sehe schon, ich muss bald wieder nach Berlin!

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