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So recht hat sich mir die Relevanz von alkoholfreien Bieren nie erschlossen, was vor allem daran lag, dass nahezu alle Vertreter ihrer Zunft weitestgehend ungenießbar sind. Doch der Markt für Null- und Lightbiere boomt, und zum Glück gibt es neben den Industriebrauern auch einige wenige kreative Bierhandwerker, die sich der Herausforderung stellen, und anspruchsvolle alkoholfreie Varianten brauen.

Ich hatte keinerlei Zweifel, dass Riegele am Ende ein vernünftiges Produkt abliefern wird, zu konstant hoch ist die Qualität quer durch die Produktpalette. Für das IPA Liberis 2+3 hat Braumeister Frank Müller nun wieder tief in der hauseigenen Hefebibliothek gegraben und zwei Spezialhefen ausgewählt, die in Kombination mit drei Hopfensorten (Simcoe, Amarillo & Mandarina) ein durchaus rundes Bier ins Glas bringen (daher auch 2+3).

Vorne kommt der Hopfen mit tropischen Früchten, Mandarine und Pfirsich gut durch (manch einer betont eine prägnante Litschinote). Die Textur ist ausgesprochen voll und das Mundgefühl angenehm, es erinnert durch einen schwachen Kohlensäuregehalt eher an ein weiches Hefeweizen als an ein kerniges IPA. Hinter den Früchten macht sich dann recht bald eine nicht unangenehme, aber durchaus dominante Süße breit, die hart an der Grenze zur Klebrigkeit manövriert, dann aber doch noch die Kurve hin zu einem ganz leicht bitteren Abgang bekommt.

Zugegebenermaßen hätte ich das Liberis im Blindtest sicher nicht für ein IPA gehalten, dafür fehlt der bittere, kernige Punch dann doch. Als Durstlöscher bei hochsommerlichen Temperaturen oder Begleiter zum abendlichen Grillen auf der Terrasse eignet sich das Liberis aber sicher sehr gut. Ob es als isotonischer Apres-Sport-Drink geeignet ist, müsste man einmal ausprobieren, Weizenbier geht da ja erfahrungsgemäß auch gut. Im direkten Vergleich mit dem Kehrwieder ü.NN würde ich Letzteres vorziehen, das insgesamt etwas zupackender ist und eher in Richtung IPA geht. Aber das ist letztendlich Geschmacksache, qualitativ ist das Liberis, wie nicht anders zu erwarten war, ein absolut passables Bier geworden.

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