Die mittelalterliche Altstadt
Dank meiner zentral gelegenen Unterkunft im A&O Hostel am Bahnhof, konnte ich vor meiner Abreise noch einen ausgiebigen Spaziergang durch die historische Altstadt unternehmen. Orientiert habe ich mich dabei in Grundzügen an der gut ausgeschilderten, sog. Historischen Meile, die vom Handwerkerhof am Beginn der Königsstraße über die Burg und wieder zurück führt.
Die Altstadt ist trotz der immensen Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs reich an schönen Gebäuden und zwischen den globalen Großgeschäften, die es in jeder Altstadt zu geben scheint, gibt es auch immer wieder interessante kleine Läden. Vorbei an Mauthalle und Lorenzkirche führt der Weg zunächst über die Pegnitz; von der Brücke hat man einen schönen Ausblick auf das malerische Heilig-Geist-Spital. Wenig später erreicht man den in einer Senke liegenden Hauptmarkt, auf dem jedes Jahr der berühmte Christkindlesmarkt stattfindet. Zwischen Frauenkirche und dem sog. Schönen Brunnen findet auch heute noch ein kleiner Markt statt.
Auf dem Weg zum Burgberg passiert man noch das Rathaus, dann beginnt der kurze Aufstieg zum Wahrzeichen der Stadt. Besichtigt habe ich die Kaiserburg nicht, sondern genoss lediglich den Blick auf die Stadt, die allerdings trotz des herrlichen Wetters im Dunst vor mir lag.
Vom Burgberg geht es wieder hinunter in den meines Erachtens schönsten Teil der Altstadt. In der kleinen Straße Am Ölberg finden sich noch einige gut erhaltene mittelalterliche Häuschen, sie führt direkt zum malerischen Tiergärtnertorplatz. Neben Tiergärtnertor und Tiergärtnertorturm finden sich hier einige außergewöhnlich schöne Fachwerkhäuser, von dem das Albrecht-Dürer-Haus besondere Beachtung findet. Dies war am Montag leider geschlossen. Auf den Nürnberger Künstler verweist auch die 1984 von Jürgen Görtz gestaltete überdimensionale Hase, der schon ziemlich verrückt aussieht.
Vorbei an den von mir zugunsten des leckeren Biers ausgelassenen historischen Felsenkellern ging es nun wieder zurück. Schon im Vorfeld wurde mir vom berühmten Henkersteg berichtet, einem Holzsteg, der ursprünglich direkt zum Haus des Henkers führte, mit dem man natürlich so wenig direkten Kontakt wie möglich haben wollte. Noch schicker fand ich allerdings den in Blickweite befindlichen Kettensteg, eine hübsche Hängebrücke und „älteste erhaltene eiserne Kettenbrücke Kontinentaleuropas“ (Wikipedia).
Kurz und knapp: Bei herrlichem Wetter hatte ich einen sehr schönen Vormittag in der sehr schönen Nürnberger Altstadt. Ohne längere Pause benötigt man allerdings schon gut drei Stunden, um die historische Meile zu begehen.









