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Der Spätsommer gab in Hamburg noch einmal Vollgas und verwöhnte die Besucher der Craft Beer Days 2015 in den Schanzenhöfen. Dort präsentierten sich 20 Brauereien mit etwa einhundert unterschiedlichen Kreationen. Dazu noch ein schönes Rahmenprogramm mit Musik und Workshops sowie leckerem Essen und fertig war eine entspannte Party im Zeichen von Hopfen und Malz.

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Impressionen

Das erlesene Lineup machte mir die Entscheidung leicht, mich aus dem fernen Trier nach Hamburg aufzumachen, um die Biere einiger Schwergewichte der deutschen Craft Beer Szene kennenzulernen. Angesichts der Menge an interessanten Brauereien legte ich mich schnell fest, erst einmal nur Biere zu probieren, die ich noch nicht kannte. Ein Vorsatz, den ich tatsächlich mehr oder weniger durchhielt. Außen vor ließ ich auch Kraft Bräu aus Trier, die zwar einige mir unbekannte Tropfen im Gepäck hatten, die ich aber bestimmt auch vor Ort noch einmal verkosten werde. Auch die Gastgeber von Ratsherrn ließ ich links liegen, von deren Qualität konnte ich mich ja bereits bei meinem letzten Hamburgtrip im Februar im Rahmen einer Brauereibesichtigung überzeugen.

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Buddelship

Für meinen ersten Schluck wählte ich einen Lokalmatadoren. Von der  Buddelship Brauerei hatte ich bereits sehr viel Gutes gehört und sowohl das Brügge Saison sowie das leicht grasige Great Escape IPA haben mich voll überzeugt. Ein paar Meter weiter residierte mit Heidenpeters ein alter Bekannter, wobei das Rose Mary mit Rosmarin mir erst einmal ein kleinen Schreck einjagte. Sehr sauer und würzig und gar nicht mein Fall. Das American IPA versöhnte mich dann aber sogleich wieder, was die Jungs da in der Markthalle 9 in Kreuzberg draufhaben, konnte ich ja schon bei meinem Berlinbesuch feststellen. Dort stand auch Hops & Barley in Friedrichshain auf dem Programm, diesmal war die räumliche Distanz zwischen Heidenpeters und dem Team um Philipp Brokamp allerdings etwas kürzer als in Berlin. Das Böhmisch Strong Ale besitzt eine angenehme Stärke, hat aber meines Erachtens am Ende etwas nachgelassen.

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Hops & Barley

Die Schanzenhöfe füllten sich zunehmend und vor allem der Innenhof war schnell pickepackevoll. Kein Wunder, denn hier gab es einige Sitzgelegenheiten, Livemusik, Essen und auch einmal andere Getränke. Mich verschlug es zunächst in Richtung Dänemark, am Stand von Coisbo Beer probierte ich das Pale Ale, das recht sperrig war und mich nicht restlos überzeugte. Ebenfalls aus Dänemark waren die Männer vom Aarhus Bryghus angereist, die ein paar sehr interessante Biere am Start hatten. Beim IPA war ich noch skeptisch, aber das Klosterbryg, ein Ale, wenn ich mich nicht täusche, war richtig stark. So probierte ich gleich noch das Imperial Stout, alter Däne, da war Schmackes dahinter. Mir haben allerdings die Nuancen etwas gefehlt und das Raucharoma waren für meinen Geschmack etwas zu präsent.

Zurück in die Bundeshauptstadt, BRLO hatte ich nämlich bei meinem Besuch verpasst. Das war wohl ein Fehler. Das herrlich weiche und runde Pale Ale war herrlich, der Hammer war aber das Porter mit diesmal perfekt ausbalancierten Rauchnoten. Vielleicht das beste Bier, was ich an diesem Tag verkosten durfte. Erst seit Ende 2014 auf dem Markt, entwickelt sich hier etwas richtig Gutes!

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Braukunstkeller

Mit geradezu unmenschlicher Selbstbeherrschung verkniff ich mir am Stand des Braukunstkellers das von mir heiß und innig geliebte Amarsi und probierte stattdessen das Sunrise Session IPA mit schlanken 2,9% Alkohol. Sehr erfrischend bei den mittlerweile hochsommerlichen Temperaturen. Gespannt war ich auch auf einen Besuch bei der Hamburger Kehrwieder Brauerei, aber leider konnte mich das Shipa IPA gar nicht begeistern. Versöhnt wurde ich bei der Steamworks Brewery aus Kanada, denn das Jasmin IPA war individuell und sehr harmonisch mit dezenten floralen Noten. An das Killer Cucumber Ale habe ich mich dann aber irgendwie nicht herangetraut.

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Stone Brewing Company

Große Ereignisse werfen bekanntlich ihren Schatten voraus und die Ankunft der kalifornischen Stone Brewing Company in Berlin wird in der Szene mit großem Interesse erwartet. Im Angebot waren vor allem eine ganze Reihe unterschiedlicher IPAs, ich probierte allerdings nur das Stone IPA, das ordentlich war, und das Potenzial erahnen ließ. Schade, hier hätte ich mir gerne noch mehr Eindrücke verschafft, aber so langsam ging mir die Energie aus.

So beließ ich es zum Abschluss noch bei zwei Klassikern, nämlich einem Pale Ale von Riegele sowie dem großartigen Aventinus von Schneider Weisse. Beide Brauereien sind über jeden Zweifel erhaben, da kann man wirklich gar nix verkehrt machen.

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Schneider Weisse

So beendete ich mehr als zufrieden einen wundervollen Tag in schönem Ambiente. Fast 4.000 Gäste strömten am ersten Tag in die Schanzenhöfe, und obwohl es wirklich sehr sehr voll war, blieb alles sehr entspannt und auch die Wartezeiten an den einzelnen Ständen hielten sich in Grenzen. Wahnsinn, was Craft Bier derzeit für ein Interesse auslöst. Die Preise von 1 Euro für 0,1 Liter sowie drei Euro für 0,3 l waren angemessen, gewünscht hätte ich mir noch die ein oder andere Spülmöglichkeit und auch ein weiterer Stand mit Essen wäre angesichts der Menschenmassen sicher eine gute Idee gewesen. Leider habe ich es versäumt, an einem der sicherlich sehr interessanten Workshops teilzunehmen, das wird beim nächsten Mal auf jeden Fall nachgeholt!

In etwas kleinerem Rahmen aber sicherlich nicht weniger interessant findet am 16. und 17. Oktober im Trierer Blesiusgarten zum zweiten Mal ein Craft Beer Festival statt. Dort werde ich mich dann auch wieder ausführlicher den Gastgebern von Kraft Bräu widmen können.

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