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Eilmeldung! Da zuckt man ja gleich zusammen, selbst wenn es „nur“ vom lokalen Einzelhändler des Vertrauens kommt. Kleine Bestände der neuen Kreationen von Kraft Bräu aus Olewig waren eingetroffen und so wurde gleich nach Feierabend der Smart in den Biermodus geschaltet und es musste Beute gemacht werden! Eine kleine Kiste des Wiener Lagers sowie des Caspar’s Pils wanderte in den heimischen Kühlschrank und die beiden Neuankömmlinge versüßten mir in der Folge die lauen Sommerabende. Ein Kurztrip nach Koblenz wurde außerdem genutzt, um im schönen Biergarten der Vulkan Brauerei in Mendig einzukehren und bei der Gelegenheit gleich noch einen Träger des neuen India Pale Ale einzupacken. Drei wunderbare Biere aus der Region, die trotz aller Unterschiede prima zusammenpassen.

Kraft Bräu – Caspar’s Pils

kraft_vulkan 003Meine Biersozialisation war hauptsächlich vom Pils geprägt, das gute Königsbacher aus der alten Heimat war lange Zeit das Mittel der Wahl, zumindest seit ich ein klein wenig Geschmack entwickelte und die Billigbiere vom Discounter links liegen ließ. Pils trinke ich bis heute gerne, auch wenn es unter den vielen mittlerweile verfügbaren Bierstilen etwas an Bedeutung für mich verloren hat. Es gibt auch gerade in diesem Bereich wirklich viel furchtbares Gebräu für den Massengeschmack und in vielen Regionen ist heute Pils nahezu ein Synonym für Bier.

Benannt wurde das Caspar’s Pils von Kraft Bräu nach dem in Trier geborenen Theologen Caspar Olevian (1536–1587), dessen Name bereits auf die familiären Wurzeln in Olewig hindeutet. Es handelt sich um ein erfrischend herbes, klassisches Pils mit durchaus präsentem Hopfenaroma und ohne den bei vielen Pilssorten vorhandenen metallischen Ton. Mit 46 Bittereinheiten deutlich prägnanter als das Wiener Lager, aber alles fügt sich wunderbar elegant zu einem runden Geschmackserlebnis zusammen, an dem nicht nur Pilstrinker ihre Freude haben dürften!

Vier von fünf Volksfeinden

Kraft Bräu – Imperial Wiener Lager

Ein Wiener Lager begegnet einen in hiesigen Breiten sehr selten und selbst in seiner österreichischen Heimat war dieser Bierstil bis vor wenigen Jahrzehnten nahezu ausgestorben. Ganz in Vergessenheit geraten waren diese Biere zum Glück nicht und haben nun auch den Weg an die Mosel gefunden. In einem gemeinsamen Projekt mit den Machern des Internetblogs maennerabend.info wurde ein ‚Imperial Wiener Lager‘ gebraut, also im Prinzip die Bockvariante des Wiener Lagers, das auf den Namen ‚Imperial Viennabend‘  getauft wurde. Die Beschreibung auf dem Etikett trifft die Realität diesmal sehr genau. Helles Kupfer im Glas und am Gaumen eine cremige Textur mit schönem Malzkörper und einer angenehm beschwingten Leichtigkeit. Mit 26 Bittereinheiten sehr mild und auch die immerhin 6,5 % Alkohol sind wunderbar eingebunden. Ein wunderbares, nicht zu leichtes Bier für den lauen Sommerabend, ein echter Volltreffer.

Vier von fünf Volksfeinden

Vulkan Brauerei – IPA

Die Vulkan Brauerei in Mendig erfreut mich schon länger mit hervorragenden Bieren, vor allem das Dunkle und das Pale Ale sind meines Erachtens hervorragend. Besonders gut schmecken diese im schönen Biergarten vor der Brauerei, die darüber hinaus ein echtes Highlight zu bieten hat, denn die „tiefsten Lager- und Gärkeller der Welt“ werden auch heute noch genutzt und können besichtigt werden. Bei 6–8°C bieten sich in 30 Metern Tiefe ideale Lagerbedingungen, die für lange Zeit von vielen Brauereien genutzt wurden und Mendig zu einem Bierzentrum machten. Davon ist heute nach der Erfindung künstlicher Kühltechniken nicht mehr viel übrig und man kann froh sein, dass die Vulkan Brauerei die Brautradition an diesem geschichtsträchtigen Ort am Leben erhält.

Das neu aufgelegte IPA überrascht den Bierfreund zuerst mit einem ganzen Strauß an Aromen, die sich beim Schnuppern in der Nase entfalten. Die fünf verwendeten Aromahopfen schlagen voll durch und man bekommt richtig Lust auf den ersten Schluck. Der sich dann aber ganz anders präsentiert als erwartet. Der Hopfen tritt zurück und eine grasige Note mit sehr prägnanter Bitterkeit übernimmt das Regiment. Überraschend, herausfordernd und durchaus interessant. Insgesamt sehr herb und durchaus malzig, ein sehr ungewöhnliches IPA und nicht unbedingt etwas für Einsteiger.

Dreieninhalb von fünf Volksfeinden

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Fazit

Support your local brewery! Sowohl Kraft Bräu als auch die Vulkan Brauerei sind für ihre vielseitigen, kreativen Bierspezialitäten bekannt und das hohe Niveau bestätigen sie auch hier wieder. Drei außergewöhnliche und außergewöhnlich gute Biere, man kann froh sein, dass die jungen Brauer der Region die Szene gerade so richtig aufmischen. Wer sich informieren will, kann dies natürlich jeweils vor Ort tun, doch es gibt auch ein paar besondere Gelegenheiten, seinen Bierhorizont zu erweitern. Am 29./30. August präsentieren sich bekannte Größen der Szene in Hamburg bei den Craft Beer Days in den Schanzenhöfen. Auch Kraft Bräu wird vor Ort sein und ich natürlich auch! Kraft Bräu selbst veranstaltet am 16. und 17. Oktober nach dem großen Erfolg im Vorjahr wieder das eigene Bierfestival im heimischen Blesius Garten, worauf ich mich wieder sehr freue!

Und wo wir schon beim Thema sind:

Der Petrusbräu-Biergarten braucht weiterhin jede Form der Unterstützung!

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