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Das hätte ich ja etwas besser planen können. Vor genau 953 Tagen erfasste ich in einer Datenbank mein erstes Bier, deutliches Zeugnis, dass meine Leidenschaft für handwerklich gebraute Biere ein neues Level erreicht hatte. Zweieinhalb Jahre später feiere ich nun Bier Nr. 1000, gemeint sind natürlich unterschiedliche Biere. Eine gute Gelegenheit, mal etwas zurückzublicken.

Bruery Terreux - Beauregarde

Ich kann besser trinken als malen…

Zugegebenermaßen musste ich etwas pfuschen, denn in Wirklichkeit habe ich dieses Jubiläumsbier schon vor zwei Monaten auf dem Borefts Bierfestival in Bodegraven getrunken. Welches genau? Keine Ahnung. Allerdings wurden die dort probierten Biere noch nicht erfasst, somit konnte ich mein Jubiläum mit einem besonderen Bier in Ruhe genießen. Die Wahl fiel auf das Beauregarde der Bruery Terreux aus Orange County, Kalifornien, ein fassgereiftes Sour Blonde Ale mit Blaubeeren.

Meine Heimat in Koblenz verstand sich immer schon eher als Bierstadt, trotz der Nähe zur Mosel und den großartigen Lagen in unmittelbarer Nähe, zum Beispiel in Winningen. Mit der Königsbacher Brauerei hatte man die Quelle direkt vor Ort, wobei wir meist zu günstigeren Dosenvarianten aus dem Supermarkt griffen. 1996 zog ich schließlich nach Trier, wo ich eine andere Genusswelt kennenlernte und mich dem Wein zuwandte, was vor allem an den mangelhaften Alternativen lag. In den Kneipen hat man bis heute meist nur die Wahl zwischen Bitburger und Karlsberg, daher bevorzugte ich dort den günstigen und viel leckereren Viez und probierte mich zu Hause durch die Weinkeller der Spitzenwinzer der Region.

Biertasting

Doch wie hier schon oft berichtet, hat sich in Trier einiges getan, und mittlerweile gibt es mit Petrusbräu und Kraft Bräu zwei kleine Hausbrauereien, die der Bierszene in Trier einen enormen Schub gegeben haben. Enorm natürlich aus Trierer Perspektive, hier dauert ja bekanntlich alles etwas länger… Auch für meine Entwicklung zum ernsthaften Bierliebhaber hatten die beiden Brauereien einen großen Einfluss. Im Oktober 2014 besuchte ich im Blesius Garten zum ersten Mal ein Bierfestival, das von Kraft Bräu organisierte Festival habe ich von da an natürlich nicht mehr ausgelassen.

Seit dem 23. April 2015 erfasse ich meine Biere in einer App. Im Prinzip gibt es zwei unterschiedliche Datenbanken die man nutzen kann: Ratebeer und Untappd. Ich habe mich für Untappd entschieden, das damals vor allem über die App komfortabler zu bedienen war, allerdings die Einschränkung hat, dass man sich für seine Bewertungen kurzfassen muss. Aber das hat ja auch Vorteile. Ich bemühe mich seit einiger Zeit, wirklich alle Biere nicht nur zu bewerten, sondern auch zu beschreiben und ein Foto zu machen. Das klappt eigentlich ganz gut! Untappd funktioniert außerdem als ein kleines soziales Netzwerk, man fügt Freunde hinzu, und kann liken bzw. toasten und kommentieren. So sieht man auch, ob ein Bekannter das Bier schon hatte und wie er es bewertet hat.

Mein erstes erfasstes Bier war das Saphir India Pale Ale von der Maxbrauerei aus Altenstadt. 999 (und ein paar unerfasste mehr) folgten bis heute, mit meiner Top 10 tue ich mich schwer, daher hier die elf Biere, die ich bis heute mit der Maximalwertung gekrönt habe.

Die Top 11 aus 1000

  • Trappist Westvleteren 12 – Brouwerij De Sint-Sixtusabdij van Westvleteren
  • Black Eyed King Imp Vietnamese Coffee Edition – BrewDog
  • Anagram Blueberry Cheesecake Stout – Omnipollo
  • Noa Pecan Mud Cake Stout – Omnipollo
  • SPON – Peach & Apricot (2016) – Jester King Brewery
  • SPON – Raspberry & Cherry (2016) – Jester King Brewery
  • Bière Violet – de Garde Brewing
  • Xyauyù Barrel Réserve Téo Musso (2008) – Birra Baladin
  • Noyaux – Cascade Brewing Company (USA)
  • Framboise de Amorosa – The Lost Abbey
  • Barrel Aged Bible Belt – Prairie Artisan Ales

Bruery Terreux – Beauregarde

Mein Jubiläumsbier hatte ich vor Kurzem beim belgischen Bierversand Beergium erworben. Nicht ganz günstig, aber man muss sich ja auch mal was gönnen. Es handelt sich um ein barrel-aged Sour Ale mit Blaubeeren, was für eine appetitliche, hellrote Farbe sorgt. Die Früchte riecht man auch gleich heraus, doch der Antrunk ist erst einmal heftig sauer. Aber man gewöhnt sich recht schnell daran und die Früchte sorgen für ein harmonisch-frisches Bier. Das Fass bleibt im Hintergrund, erst am Ende erkennt man leicht harzige Noten und ein etwas trockenes Finish. Demnach geht es eher in die Cascade-Richtung, ohne die brutale Säure und Komplexität voll zu erreichen. Trotzdem ein feines Bier und ein würdiger Begleiter dieses Jubiläums!

Nun, da die Hürde elegant übersprungen wurde, kann ich wieder entspannt ans Biersammeln gehen. Gelegenheit gibt es wie immer reichlich. Das nächste Event steht nämlich bereits vor der Tür, an diesem Wochenende mache ich mich nämlich auf nach Antwerpen, wo ich immerhin einen Tag an Billie’s Craft Beer Fest teilnehmen werde. Knapp 200 Biere stehe auf meiner Liste, doch ich habe bereits die notiert, die ich mir keinesfalls entgehen lassen werde. Bericht folgt natürlich!

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